Eine Stadt mit Anschluss: New York, New York, 1920er Jahre

Wasser, überall Wasser

Wasser, überall Wasser

Die frühesten Städte entstanden nahe den Flüssen und Ozeanen, die sie miteinander und mit den Welthandelsrouten verbanden. Aufgrund ihrer Anbindung an dieses natürliche Transportnetz entwickelten sich kleine koloniale Außenposten zu großen Siedlungsschwerpunkten und Handels-, Produktions- und Kulturzentren. Im 19. und im frühen 20. Jahrhundert gelangten die Binnenstädte dank der Eisenbahnlinien, Kanäle und Straßennetzwerke zu Wohlstand. Dennoch blieben die am Wasser gelegenen Städte die größten des Landes.

Die Stadt New York war in den 1920er Jahren ein typisches Beispiel für die anhaltende Abhängigkeit des Landes vom Seehandel. In dieser Stadt, die an einem der günstigsten Naturhäfen der Welt lag, wurde fast die Hälfte des internationalen Handels Amerikas abgewickelt. Menschen, Agrarprodukte, Rohstoffe und Industriegüter aller Art kamen an ihren riesigen Eisenbahnterminals am Hafen an und wurden von dort mit Tausenden von Schiffen von mehr als 200 Reedereien versandt. Die Schifffahrtsstraßen New Yorks deckten den Bedarf der Stadt ebenso wie jenen der Nation.

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Der Maschinenraum des Tonnenlegers Oak, 1921

Der Maschinenraum des Tonnenlegers Oak, 1921

In den 1920er Jahren waren am Schiffsverkehr im Hafen von New York hunderte von Schiffen und zehntausende Menschen beteiligt. Ihre sichere Überfahrt hing von der Wartung der Seezeichen im Hafen ab. Darin bestand die Aufgabe der Mannschaft an Bord des Tonnenlegers Oak des US Lighthouse Service, dessen Maschinenraum Sie unten sehen.

Was ist aus New York geworden?

Was ist aus New York geworden?

Amerika ist seit der Kolonialzeit am Welthandel beteiligt. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts exportierten die Vereinigten Staaten Rohstoffe und importierten Industriegüter. Im Zuge seiner zunehmenden Industrialisierung wurde das Land zu einem wichtigen Exporteur fabrikgefertigter Produkte, von Nähmaschinen bis zu Autos. In den letzten Jahren haben die USA wieder begonnen, Industriegüter zu importieren und landwirtschaftliche Produkte sowie Finanz- und Computerdienstleistungen zu exportieren. Die Vereinigten Staaten spielen seit den 1880er Jahren eine wichtige Rolle in der internationalen Wirtschaft.

New York City war von zentraler Bedeutung für die Geschichte des internationalen Handels Amerikas. In den 1920er Jahren wurde die Hälfte der amerikanischen Importe und Exporte über diese Stadt abgewickelt. In den 1960er Jahren jedoch begann die Rolle New Yorks als Hafen an Bedeutung zu verlieren, da ab dieser Zeit die Abfertigung der Containerschiffe auf andere Terminals in der Region verlagert wurde und es aufgrund der Probleme mit der New Yorker Verkehrsinfrastruktur schwieriger wurde, Lkws und Züge ausgehend von den Häfen aus der Stadt hinaus zu leiten. Es kamen keine Ozeandampfer mehr an, die Millionen von Einwanderern nach New York brachten. Hersteller zogen auf der Suche nach billigeren Arbeitskräften mit ihren Unternehmen aus der Stadt fort.

Aber New York hat sich als globale Stadt einer neuen Art neu erfunden. Heute mehr denn je ist es ein Zentrum der internationalen Finanzwelt, des Bankwesens, der Kunst, der Kultur und der professionellen Dienstleistungen. Das neue New York ist eine Stadt, die nicht nur durch die Güter, die dort hergestellt, gekauft, verkauft und transportiert werden, sondern auch durch die Ideen, die Kultur, und die von ihr hervorgebrachten Finanz- und Informationsdienstleistungen mit der Weltwirtschaft verbunden ist.

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Modell der S.S. Leviathan nach ihrer Umrüstung im Jahr 1923

Modell der S.S. Leviathan nach ihrer Umrüstung im Jahr 1923

Beinahe jeder, der in den 1920er Jahren den Atlantik überquerte, tat dies auf einem Dampfschiff. Geschäftsleute, die Kunden in Übersee treffen wollten, Unterhaltungskünstler auf Tour und Personen auf Urlaubsreisen buchten Überfahrten auf Ozeandampfern aller Größen. Sie teilten sich die Schiffe mit einer großen Anzahl an Auswanderern, die in die Vereinigten Staaten kamen, sowie an Einwanderern, die ins Ausland zurückkehrten. Die Leviathan und ihre Besatzung von 1.100 Mann beförderten jede Woche bis zu 3.400 Passagiere von oder nach New York City. Die Leviathan wurde 1914 in Deutschland gebaut, aber während des Ersten Weltkriegs als amerikanischer Truppentransporter eingesetzt. Sie war das größte amerikanische Handelsschiff ihrer Zeit.


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